Motto
„Hommage à Paris“
Hotel Montparnasse, Jeux de Cartes, Paris Mécanique oder einfach Galante's Paris. So klingen einige der Überschriften über den Veranstaltungen des 20. Kurt Weill Fest, das unter dem Motto "Hommage à Paris" stattfindet und Musikfreunde aus Nah und Fern in die Stadt der Klassischen Moderne einlädt. Nach dem Erfolg von "Berlin im Licht" führen die Festspiele zur zweiten Lebens-Arbeits-Station von Kurt Weill, in die pulsierende Metropole an der Seine.
Paris war für viele Künstler im aufbrechenden 20. Jahrhundert ein Ort der kulturellen Vielfalt und der Weltoffenheit – wie sonst hätte Paris der Ort der Zuflucht und des Exils für so viele Menschen werden können. So auch für die Verfolgten und Vertriebenen, die oft nicht mehr vor der Nazi-Diktatur retten konnten als ihr Leben. Auch Weill blieb im März 1933 nichts anderes als die Flucht nach Paris, wo 1925 bereits sein Violinkonzert uraufgeführt wurde und wo er in Darius Milhaud einen engen Freund besaß. Nur zwei Jahre lebte Weill in Paris, doch ist diese Zeit viel mehr als eine Durchgangsstation: Mit "Die Sieben Todsünden" und mit "Marie Galante" entstanden Werke, die unterschiedlicher nicht sein konnten und die zeigen, wie sehr ihm daran gelegen war, sich der Kultur zu öffnen, die ihn umgab – und die aktuelle Musik seiner Lebensumfelder mit zu gestalten. Was könnte dies besser belegen als sein "J'attends un navire", das zum Lied der Résistance gegen die Besetzung durch Nazi-Deutschland wurde.
Für Festspiel-Intendant Prof. Michael Kaufmann ist es Privileg und Auftrag zugleich, die lebensbejahende und grundpositive Haltung des Dessauer Komponisten im Kurt Weill Fest 2012 herauszustellen: "Ich bin glücklich, dass wir durch Kurt Weill zeigen können, um wie viel sinnvoller es ist, auch schwierigste Lebensumstände durch positive Energie zu meistern zu versuchen. Durch viele wunderbare Künstler sind wir in der Lage, das fantastische Werk von Kurt Weill auch in seiner gesellschaftlichen Dimension zu zeigen. Seine Musik und sein Leben sind ein Beweis dafür, dass die Musik Menschen und die Gesellschaft positiv beeinflussen kann. Wenn darüber hinaus ein heiter-festliches Panorama der Musik Frankreichs entsteht, bestätigt dies, dass uns Künstler wie Kurt Weill wichtige Anregungen auch für Heute geben können." Dass Dessau durch das 20. Kurt Weill Fest erneut zu einer internationalen Festspielstadt wird, dass hervorragende Künstler auch das überregionale Publikum in die Stadt der Klassischen Moderne locken, freut auch den Präsidenten der Kurt-Weill-Gesellschaft e.V., Thomas Markworth: "Wir empfinden es als Bestätigung unserer langjährigen Arbeit, dass wir neben unseren lokalen und regionalen Partnern so hochkarätige, international gefeierte Künstler in Sachsen-Anhalt begrüßen dürfen. Dank unserer treuen Förderer sind wir auch 2012 wieder in der Lage, ein herausragendes Musik- und Kulturfest in der Region zu feiern."
Mit sechs Auftritten steht die international gefeierte Weill-Interpretin Ute Gfrerer als "In Residence"-Künstlerin im Mittelpunkt des Festivals und verleiht ihm besonderen Glanz. Doch auch die Konzerte von Sabine Meyer, Ensemble Modern, Joachim Kühn, Renaud Garcia-Fons, MDR-Sinfonieorchester, den Ensembles des Anhaltischen Theater Dessau und vielen weiteren Ensembles und Künstlern präsentieren Sinfonik und Chanson, Ballett und Oper, Freud und Leid im Paris des frühen 20. Jahrhundert. Filme und eine Ausstellung ergänzen das Festspiel-Angebot. Das kommende Kurt Weill Fest ist nicht nur eine "Hommage à Paris" sondern auch eine Hommage an das Leben: Ganz im Sinne Kurt Weills verspricht das Jubiläumsfestival ein facettenreiches, lebensbejahendes und doch auch zum Nachdenken anregendes Programm!



