V29
Sonntag, 04.03.2012
17.00 Uhr, Ballett im
Anhaltischen Theater Dessau
„Hotel Montparnasse“ ARTIST-IN-RESIDENCE
Ballett mit Orchester
Kurt Weill: 2. Sinfonie
Kurt Weill: Marie Galante
George Gershwin: Klavierlieder
George Gershwin: „Ein Amerikaner in Paris“
Inszenierung und Choreografie: Tomasz Kajdanski
Musikalische Leitung: Daniel Carlberg
Bühne und Kostüme: Dorin Gal
Dramaturgie: Sophie Walz
Gesang: Ute Gfrerer
Ballettensemble des Anhaltischen Theaters
Anhaltische Philharmonie Dessau
Die Reise beginnt: Das Kurt Weill Fest 2012 lädt Sie ein in das Paris der Zeit Kurt Weills! Und auch wenn es auf den ersten Blick erstaunen mag, dass wir diese klingende Zeitreise mit einer Neuproduktion des Balletts des Anhaltischen Theaters beginnen, so liegt doch sowohl in Sachen „Weill“ als auch in Sachen „Ballett“ diese Eröffnung mehr als nahe, war doch Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts unzweifelhaft die europäische Tanz-Hauptstadt. Insbesondere der seit 1909 in Paris wirkende Impresario Serge Diaghilew und das von ihm gegründete „Ballets Russes“ erregten großes Aufsehen und eröffneten dem Tanz durch die Zusammenarbeit mit Komponisten wie Claude Debussy, Maurice Ravel, Erik Satie oder Igor Strawinsky völlig neue Wege – Ballett und sinfonische Musik fanden zu einem völlig neuen Selbstverständnis.
Auch in Dessau ist viel von der eindrucksvollen Symbiose zwischen Bewegung und Klang zu spüren, begeistert Tomasz Kajdanski mit seiner Ballett-Company das Publikum und schlägt nun mit „Hotel Montparnasse“ eine spannende Brücke von Dessau nach Paris. Nach Motiven bewegender Biografien und beeindruckender Exilromane entsteht ein lebendiges Bild der 1930er Jahre: Der Pariser Stadtteil Montparnasse – Berg der Musen –, bekannt für seine Bars, Cafés, Kabaretts und daher Anziehungspunkt für die Künstler des beginnenden 20. Jahrhunderts, wird zum Schauplatz für die Festspiel-Eröffnung. „Hotel Montparnasse“ erzählt von den Hoffnungen und Träumen der Emigranten, aber auch von den Albträumen, der tiefen Melancholie, die in der damaligen Zeit die Fremden und die Künstler aus Paris bewegten. Liebe und Leid, der Umgang mit den Emigranten wie deren Leben in der Fremde sowie das schlichte Überleben stehen in diesem facettenreichen Bilderbogen nebeneinander und lassen die Zeit Kurt Weills in Paris lebendig werden.
Die Musik zu „Hotel Montparnasse“ liefert neben George Gershwin vor allem Kurt Weill. Während der Zeit seines Pariser Exils von 1933 bis 1935 komponierte er seine 2. Sinfonie, später auch die wunderbare Musik für das Schauspiel „Marie Galante“, die in einzigartiger Weise klassische Tradition, Elemente des Jazz, der populären Tanzmusik und expressionistische Klänge miteinander verbindet und so das Heimweh, die Beklemmungen wie auch die Hoffnungen der Emigranten lebendig werden lässt. Wie sehr sich Kurt Weill in seine zeitweilige Heimat Frankreich hineinversetzte, wie nahe er auch in dieser kurzen Zeit den Menschen war, zeigt die Geschichte eines der Lieder aus „Marie Galante“: „J'attends un navire“ wird während der deutschen Besatzungszeit im zweiten Weltkrieg zur Hymne der französischen Résistance. Die Klavierlieder und „Ein Amerikaner in Paris“ von George Gershwin hingegen lassen das beschwingte, das heitere Paris der 1930er Jahre aufscheinen – und schlagen schon zur Eröffnung des Kurt Weill Fest 2012 einen Bogen zum folgenden Fest, wenn wir 2013 Kurt Weill auf seinem Weg nach New York begleiten.
Eine Kooperation mit dem Anhaltischen Theater Dessau
Der Artist-in-Residence wird präsentiert von LOTTO Sachsen-Anhalt.
Kartenpreise in €
| Kat.1 | erm. | Kat.2 | erm. | Kat.3 | erm. | Kat.4 | erm. | |
| V29 | verkauft | verkauft | 20,50 | 16,50 | 16,50 | 14,00 | ||


