V31
Freitag, 05.03.2010
19.30 Uhr, Musiktheater im Bauhaus Dessau
"Bordellballade.
Ein Dreigoscherlnstück"
Musik: Moritz Eggert
Text: Franzobel
Solisten: Schauspieler und Musiker des Theater Koblenz
Ferkelchen - Dorothee Lochner
Zuckergoscherl - Isabel Mascarenhas
Bussibär - Matthias Schaletzky
Kirschgarten - Adrian Becker
Alfred - Marcel Hoffmann
Mitglieder des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie
Musikalische Leitung: Arno Waschk
Inszenierung: Robert Lehmeier
Bühnenbild und Kostüme: Dirk Steffen Göpfert
Dramaturgie: Judith Pielsticker
Musikalische Einstudierung: Uta Dittrich und Katrin Gratopp
Produktionsassistenz und Abendspielleitung: Alexander Wang
Die jüngste Finanz- und Wertekrise legt den Vergleich mit den Ereignissen der 1920er Jahre allzu nahe. Was jedoch fehlt, ist Musik, die darauf Bezug nimmt und die negativen Auswüchse des Kapitalismus persiflierend in die Kritik nimmt. Es fehlen Werke und Stücke, die mit künstlerischer Darstellungsvielfalt auf die Gewinnsucht der Welt reagieren, die einen antikapitalistischen Ton anstimmen und das ernste Thema mit Humor, Satire und dabei verständlichen Gestaltungsformen auf die Bühne bringen. Der Blick auf die Kunst der 1920er Jahre lässt erkennen, dass lebendige und humorvolle Zeitkritik durchaus Ausstrahlung auf die Zukunft haben kann; dafür ist die Zusammenarbeit von Kurt Weill mit Berthold Brecht immer vorbildhaft gewesen. Besonders die Gattung des „Songspiels“ hat Kurt Weill zu diesem Zweck geprägt und mit Hilfe neuer Techniken einen typischen Ton seiner Zeit geschaffen.
Das von der Kurt-Weill-Gesellschaft bei dem Komponisten Moritz Eggert und dem Schriftsteller Franzobel in Auftrag gegebene Songspiel Bordellballade.Ein Dreigoscherlnstück, das beim kommenden 18. Kurt Weill Fest zur Uraufführung gebracht wird, versteht sich, ähnlich wie die Komposition Die WUNDE Heine von Helmut Oehring, als stilistische Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen Brecht und Weill. Die Herausforderung, ein Songspiel fürs 21. Jahrhundert, wie es der Komponist Moritz Eggert nennt, zu komponieren, liegt in der Exaktheit, die in Text und Musik getroffen werden muss. Letztendlich soll die Bordellballade durch Einfachheit, Eingängigkeit und Verständlichkeit überzeugen und inspiriert vom Mahagonny Songspiel die Verrohtheit der Menschen in Zeiten des Turbokapitalismus und der Wirtschaftkrise darstellen.
Für die Realisierung dieses zeitgenössischen Songspiels, das in Anlehnung an die Weillsche Stilistik ebenfalls für singende Schauspieler komponiert wird, wurde der Komponist Moritz Eggert verpflichtet. Er gehört zu den profiliertesten Komponisten zeitgenössischer Bühnenwerke. Für seine vielfältige Arbeit, die sowohl Kammer- als auch Orchestermusik, Opern und das Genre Musiktheater einbezieht, erhielt Moritz Eggert unter anderem den Kompositionspreis der Salzburger Osterfestspiele, wurde mit dem Schneider-Schott-Preis, dem Zemlinsky-Preis und einem Stipendiat der Cité Internationale des Arts ausgezeichnet. Als Rompreisträger verbrachte Moritz Eggert ein Jahr in der Villa Massimo. An seiner Seite und für das Libretto verantwortlich steht der für seine aufmüpfige Literatur bekannte Künstler Franzobel. Bekannt wurde er mit sprachspielerischen Prosatexten, die ihn in den Kontext der österreichischen Literatur der Avantgarde stellten. Franzobel, dessen umfangreiche Arbeit sowohl Erzähltexte, Romane, zahlreiche Theaterstücke und Kinderbücher einschließt, gewann den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, erhielt die Bert-Brecht-Medaille und wurde mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet; um nur einige der 12 Auszeichnungen innerhalb der letzten 14 Jahre zu benennen.
Koproduktion mit dem Theater Koblenz und der Neuköllner Oper Berlin. Eine Auftragskomposition des Kurt Weill Festes Dessau
Kooperation des Kurt Weill Festes Dessau mit der Stiftung Bauhaus Dessau
Kartenpreise in €
| Kat.1 | erm. | |
| V31 | 27,00 | 22,00 |


