V40
Freitag, 09.03.2012
19.00 Uhr, Konzert im Bauhaus Dessau
„Le Voyageur sans bagage“
Ein Kammerkonzert mit dem Ensemble Modern
Darius Milhaud: Suite „Le voyageur sans bagage“ für Klarinette, Violine und Klavier – op. 157b
Nikos Skalkottas: Concertino für Oboe und Klavier
Nikos Skalkottas: Concertino für Trompete und Klavier
Béla Bartók: Kontraste für Violine, Klarinette und Klavier – Sz 111
Paul Hindemith: Quartett für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier
Oboe: Christian Hommel
Klarinette: Nina Janßen-Deinzer
Trompete: Valentín Garvie
Violine: Jagdish Mistry
Violoncello: Michael M. Kasper
Klavier: Ueli Wiget
„Le Voyageur sans bagage“ – das Werk von Darius Milhaud hat einen ernsten Hintergrund und doch schweifen die Gedanken ab: Wenn man auf Flughäfen und Bahnhöfen die teilweise schwer bepackten Menschen sieht, wie sie sich abmühen mit ihren Siebensachen, dann stellt man sich das Reisen ohne Gepäck als den wahren Luxus vor. Und: Ohne Gepäck könnte natürlich auch ohne Ballast heißen, als ein freier Mensch! Und das wäre trotz der nun schon seit mehr als 30 Jahre währenden Zusammenarbeit ein ganz gutes Bild für die Mitglieder des Ensemble Modern: Musiker, die sich nicht von den Beschwernissen des Musikbetriebs in ihrer Neugier behindern lassen, die in Dessau und in New York, die bei den Salzburger Festspielen und beim Kurt Weill Fest das Publikum beeindrucken und begeistern; Musik-Unternehmer, die den Mut bewahren gegen die Schwerkraft des Alltags. Freilich – das ist geschwärmt, so wie man in Paris vom Eiffelturm schwärmen kann. Da trifft es sich gut, dass das Ensemble Modern mittlerweile so untrennbar zum Kurt Weill Fest gehört, wie eben der Eiffelturm zu Paris. Klassische Moderne in Dessau!
Nach dem bejubelten Kammerkonzert von Mitgliedern des Ensemble Modern beim Kurt Weill Fest 2011 im Bauhaus war schnell klar, dass es für alle Beteiligten erstrebenswert wäre, ein solches Kammerkonzert auf der Bauhausbühne – also in der Kulisse der Zeit, in der so viele bedeutende Werke des „aktuelleren“ Kammermusikrepertoires entstanden – dauerhaft in das Festival zu integrieren.
Und so präsentieren uns sechs Musiker des Ensemble Modern ein Programm, das einerseits um den bedeutenden französischen Komponisten Darius Milhaud zu kreisen scheint, das aber andererseits auch das Europa der Zeit Kurt Weills in unrunder Bewegung zeigt. Wie Béla Bartók und Paul Hindemith waren viele der bedeutendsten Komponisten heimatlos, verfemt und verfolgt und gaben trotz aller Lebensunsicherheiten Impulse für die Musik, die noch heute als lebendig bezeichnet werden können. Auch Kurt Weill scheint – obwohl nicht mit einem Werk im Konzert vertreten – gleichsam in der Hintertür an diesem spannenden Kammermusik-Programm zu stehen, hat doch der in Deutschland noch weitgehend unbekannte Nikos Skalkottas zwischen 1923 und 1926 sehr wahrscheinlich auch bei Weill studiert.
Eine Kooperation mit der Stiftung Bauhaus Dessau
Kartenpreise in €
| Kat.1 | erm. | |
| V40 | 22,00 | 18,00 |





