V50
Sonntag, 11.03.2012
17.00 Uhr, Konzert im Anhaltischen Theater Dessau
„Festspielschlußkonzert“ ARTIST-IN-RESIDENCE
Alexandre Tansmann: Quatre danses polonaises
Maurice Ravel, Pierre-Octave Ferroud, Jacques Ibert,
Alexis Roland-Manuel, Marcel Delannoy, Albert Roussel,
Darius Milhaud, Francis Poulenc, Georges Auric,
Florent Schmitt: L'Éventail de Jeanne
Kurt Weill: Die sieben Todsünden
Dirigent: Lukasz Borowicz
Gesang: Ute Gfrerer
MDR Sinfonieorchester
Es ist ein Festspiel-Schlußkonzert ganz nach unserem Geschmack: Glanzvoll durch die Werke und die Interpreten, spannend wie die Zeit Kurt Weills, dazu ein Bekenntnis zur kulturellen Vielfalt Europas. Allerdings, das zeigt bereits ein oberflächlicher Blick in das Programm, stehen nur drei Werke zwölf Komponisten gegenüber – ein krasses Missverhältnis, das einzig und allein an „L'Éventail de Jeanne“ festzumachen ist. Bei dieser Jeanne handelt es sich um eine reale Person, um die wohlhabende Pariser Kunstmäzenin Jeanne Dubost, die in den zwanziger Jahren eine Ballettschule für Kinder unterhält. Im Frühjahr 1927 hat sie eine ganz besondere Idee: Sie zerbricht einen Fächer in seine 10 Flügel und gibt jeden dieser Flügel einem befreundeten Komponisten mit der Bitte, doch ein kleines Stück für die Kinder der Ballettschule zu schreiben. Und die Freunde komponieren die Tanzstücke, es entsteht eine ganze Suite, die bereits am 16. Juni 1927 im privaten Salon der Madame Dubost zur Aufführung kommt. Am Flügel sitzt kein geringerer als Maurice Ravel, der das gesamte Werk für Klavier transkribiert hat.
Ravel hatte zu „L'Éventail de Jeanne“ das Eröffnungsstück, die Fanfare beigetragen, Kollegen wie Milhaud – der wichtige Freund Kurt Weills – eine Polka, Poulenc eine Pastorale, Roussel eine Sarabande. Und so weiter, bis die 10 Sätze beieinander waren, die letztlich am 4. März 1929 in der Pariser Oper zur Uraufführung kamen.
Tanz und Musik, das Thema, das bereits zur Eröffnung des 20. Kurt Weill Fest im Mittelpunkt stand, findet aber nicht nur durch „L'Éventail de Jeanne“ seine Würdigung. Die „Quatre danses polonaises“ des polnisch-französischen Komponisten Alexandre Tansman eröffnen das Schlusskonzert, das im eigentlichen Finale „Die sieben Todsünden“ von Kurt Weill präsentiert. Darüber viele Worte zu machen, würde wohl die Mehrzahl der Freunde des Kurt Weill Fest eher beleidigen als zum Besuch des Konzertes zu animieren. Mit „Marie Galante“ und Ute Gfrerer eröffnet das Fest – mit „Die sieben Todsünden“ und Ute Gfrerer endet das Fest.
Die „Hommage à Paris“ endet wie sie beginnt: Mit einem Höhepunkt.
Der Artist-in-Residence wird präsentiert von LOTTO Sachsen-Anhalt.
Mit freundlicher Unterstützung der
Stadtsparkasse Dessau





