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„Der Protagonist“ / „I Pagliacci“
Oper in einem Akt von Kurt Weill / Text von Georg Kaiser
Oper in zwei Akten und einem Prolog von Ruggero Leoncavallo
Musikalische Leitung: Antony Hermus
Inszenierung: André Bücker
Ausstattung: Oliver Proske
Dramaturgie: Sophie Walz
Choreinstudierung: Helmut Sonne
Solisten „Der Protagonist“: Angus Wood (Der Protagonist), Iordanka Derilova (Schwester),
Wiard Witholt (junger Herr), David Ameln (Hausmeister des
Königs), Stefan Biener (Wirt)
Solisten „I Pagliacci“:
Sergiy Drobyshevskiy (Canio), Iordanka Derilova (Nedda),
Ulf Paulsen (Tonio), David Ameln (Peppe), Wiard Witholt (Silvio)
Chor des Anhaltischen Theaters Dessau
Anhaltische Philharmonie Dessau
Ausgerechnet das England der Shakespeare-Zeit stand im Mittelpunkt der Eröffnung des Kurt Weill Fest 2011. „Der Protagonist“ ist ein Schauspiel, ein Stück im Stück, das den Menschen die Doppelbödigkeit des Lebens vorstellt – was ist Spiel, was Realität? Vielleicht ist genau dieser Stoff ein Spiegel der 20er Jahre und vielleicht ist genau dieser Stoff auch ein Spiegel unserer Zeit.
Sucht und Eifersucht, Erfolgsstreben und Verzweiflung liegen eng beieinander in dem Theaterstück von Georg Kaiser, das Kurt Weill als Libretto für seine erste Oper verwandte. Georg Kaiser war einer der bedeutendsten Dramatiker der Weimarer Republik, sein Theaterstück, das Weill als Vorlage diente, entstand 1920 – gerade zwei Jahre nach dem Ende des 1. Weltkriegs und dem Ende der Monarchie. Am 27. März 1926, Weill war gerade 26 (!) Jahre alt, in Dresden unter der Leitung des legendären Fritz Busch uraufgeführt, stellt „Der Protagonist“ den ersten Erfolg des Dessauer Komponisten dar.
Ein wahrer Ohrenschmeichler ist das zweite Werk des Abends, denn Ruggero Leoncavallos „I Pagliacci“ wird kaum einem Musikfreund fremd sein. „Lache, Bajazzo, lache“ war schon immer, ob im italienischen Original oder in den 60er Jahren auf unzähligen Langspielplatten, einer der bewegendsten Klassik-Schlager. Große Fragen bewegen die Figuren des „Bajazzo“, wenn es darum geht,
ob sich das Glück erzwingen lässt und was am Ende bleibt. Ist es die Freiheit der Vögel, die Nedda schon im ersten Akt besingt? Und
lässt sich nicht Canios „Lache über den Schmerz, der das Herz dir vergiftet“ als ein Verzweiflungslied auf die ganze Welt verstehen?
Ist es Zufall, dass das „Lache Bajazzo“ selbst in „YouTube“-Filmen zum Synonym für die Zerstörung von (Aktien-) Lebensträumen und den Niedergang der „Lehman Brothers“ wird?
Die Eröffnung des Kurt Weill Fest 2011 führte in einem Opernabend vor Augen, dass wir es sind, die der Welt ihr Antlitz geben und dass wir es sind, die darüber entscheiden, ob unsere Welt für möglichst viele Menschen lebenswert ist. Kurt Weill ermunterte uns, nicht nur Berlin im Licht strahlen zu lassen.
In deutscher und italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.
Eine Koproduktion mit dem Anhaltischen Theater Dessau
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