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Höhepunkte 2011

Ruth Hohmann

„Berlinisch für Nichtberliner“
Ruth Hohmann und das Jazz Collegium Berlin

Tuba: Hartmut Behrsing
Saxophon und Klarinette: Patrick Braun
Trompete: Ernstgeorg Hering
Trompete und Flügelhorn: Hans Georg Hentschel
Schlagwerk: Andreas Hentschel
Klavier und Gesang: Volker Kaufmann
Bass: Stefan Lasch

Ein Kleinod an der Elbe, ein Frühschoppen der Extraklasse! Die Jazz-Legende Ruth Hohmann und ihre Musiker zelebrierten die eine oder andere Lektion in Sachen „Berlin für Nichtberliner“.

Für Ruth Hohmann, die Pionierin des Jazz in der DDR, stand der Entschluss, Sängerin zu werden, schon 1945 fest. Damals lief auf dem amerikanischen Radiosender AFN jeden Freitag Abend Jazz. Die Vierzehnjährige war fasziniert, von Stimmen wie Ella Fitzgerald oder Duke Ellington geradezu magisch angezogen! Als sie sich einige Jahre später selbst beim Rundfunk vorstellte, sollte sie zunächst Schlager singen. Hohmann lehnte ab. Sie fiel jedoch dem Komponisten und Rundfunkmitarbeiter Walter Kubiczek auf. Er kommentierte ihre Interpretation von The Man I Love mit den Worten: „So etwas wie Sie läuft nur alle paar Jahrzehnte in Deutschland rum!“ Wenig später kam es zu Hohmanns erstem öffentlichen Auftritt: 1961, in Berlin, im Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft, zusammen mit den Jazz Optimisten. Die Presse war begeistert, und Hohmanns Karriere startete. Sie sang mit allen renommierten Ensembles der DDR-Jazzszene, so mit den Dresdener Tanzsinfonikern, aber auch mir der RIAS-Bigband.
Als 1962 sämtliche Künstler der DDR eine Berufsberechtigung vorweisen mussten, wurde aus Ruth Hohmann die erste Jazzsängerin der DDR mit staatlicher Zulassung. Die „Ella des Ostens“ wirkte außerdem an zahlreichen Projekten mit. So sang sie die Titelrolle in der Fernsehoper Hete (1965, unter der Regie von Harry
Kupfer), die jedoch aufgrund eines offiziellen Verbots nicht gesendet werden durfte.
Ruth Hohmann und das Jazz Collegium Berlin, seit 1974 die ständige Begleitband der Hohmann, interpretieren Weill auf ihre Weise: Mack the Knife aus der Dreigroschenoper, Songs wie Blue Berry Hill oder aber die bereits erwähnte Version von Goody Goody, einer Kurzlektion in Sachen „Berlinisch für Nichtberliner“.




© Roßdeutscher & Bartel GbR, Leipzig, 2012