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Prof. Dr. Matthias Henke
Prof. Dr. Matthias Henke
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Stadtmuseum Halle Christian-Wolff-Haus
Stadtmuseum Halle
Christian-Wolff-Haus

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„Weimar“– im Vorhof des Exils

Wie in den letzten Jahren so verstehen sich die ENTDECKUNGEN 20, eingebunden in die Jüdischen Kulturtage Halle, wieder als Brückenkopfveranstaltung zum folgenden Kurt Weill Fest. 2019 widmet es sich dem Thema „Mut zur Erneuerung“, einer Eigenschaft, die der aus Dessau stammende Komponist zeitlebens bewiesen hat.

Dass jüdische Persönlichkeiten den Aufbruch in die Moderne wesentlich mitgestalteten, wollen einmal mehr die ENTDECKUNGEN zeigen. So bieten sie spannende Porträts entsprechender KünstlerInnen. Der Eröffnungsvortrag, den der Brecht-Weill-Experte Joachim Lucchesi hält, widmet sich dem ebenso gefürchteten wie renommierten Theaterkritiker Alfred Kerr und dessen Verhältnis zur Musik. Im „Podium“ gedenkt Simon Gelhausen des in Halle geborenen Musikers Leo Schönbach, dem es gelang, sich im Shanghaier Exil eine neue Karriere aufzubauen – zur Freude seiner zahlreichen SchicksalsgefährtInnen. Anna Fortunova beleuchtet die Berliner Szene russisch-jüdischer Musiker, zu denen etwa Gregor Piatigorsky gehörte, der grandiose Cellist, während Reinke Schwinning den Philosophen Ernst Bloch als Programmheft-Autor der fortschrittlichen Krolloper vorstellt, jener Bühne, die den Nazis ein besonderer Dorn im Auge war. Zu den Kultstücken der Weimarer Zeit zählt zweifelsohne Erich Kästners 1929 erschienenes Buch „Emil und die Detektive“. Der Autor dieses neuartigen Kinderromans, den Michael Ritter vorstellt, hatte zwar keinen jüdischen Hintergrund, doch gehörte er zu jenen Autoren, deren Bücher 1933 verbrannt wurden. Neues aus dem Leben der Musikmäzenin Emmy Rubensohn, deren Vorfahren aus Halle kommen, berichtet Matthias Henke. Er stellt ihr kürzlich aufgefundenes Gästebuch vor, das sie in Kassel, Shanghai und New York führte und beispielsweise Einträge von Alma Mahler-Werfel oder Oskar Kokoschka enthält. Mit dem Vortrag von Ute Wegmann schließt sich der Kreis. Sie zeichnet ein von persönlichem Erleben geprägtes Porträt der Autorin und Illustratorin Judith Kerr, der Tochter von Alfred Kerr, die spätestens seit ihrem autobiografischem Werk "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" weithin bekannt ist.

Das Rahmenprogramm rundet die Vorträge harmonisch ab: Norbert Böhnke, Stadtmuseum Halle, blickt auf das Halle der 1920er Jahre und gibt so zu erkennen, dass die Moderne sich längst nicht allein auf Berlin beschränkte. Und mit Ute Wegmann, der Deutschlandfunk-Redakteurin und Schriftstellerin, enden die ENTDECKUNGEN 20: Sie liest aus Judith Kerrs aktueller Autobiographie, die gleich nach dem Erscheinen ein enormes Presseecho ausgelöst hat.


Prof. Dr. Matthias Henke
Kurator der ENTDECKUNGEN







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